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Lebensbetrachtung

Wenn ein Mensch nach vielen Jahren
so bedenkt, was er erfahren,
teils an Gutem, teils am Bösen,
lässt sich meistens nicht mehr lösen.

Kann man dann zurück noch schauen,
will den Augen auch noch trauen,
sieht, dass man sich ließ verstricken,
dass so manches nicht wollt‘ glücken.

Bös ist manches ausgegangen,
man war selbst darin verfangen.
Viele von den alten Sachen
würd‘ man heute anders machen.

Reue ist dann oft vergebens,
abgehakt, ein Teil des Lebens;
denn das Leben bleibt nicht stehen.
Immer weiter muss man gehen.

Ganz geknickt steht man am Ende
und sieht seine leeren Hände;
mag der Lebensdocht noch glimmen,
kaum noch kann man selbst bestimmen.

Dann, am Ende unsrer Tage
stellen wir die große Frage:
„Wie sieht Gott auf unser Leben“?
Antwort hat er schon gegeben.

In Jesaja steht geschrieben,
Gott beendet nie sein Lieben.
Kann er auch die Schäden sehen,
seine Liebe bleibt bestehen.

© 03.09.2020   Gisela Kibele

 

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

Jesaja 42,3.